Haussperling
Passer domesticus
„Haussperlinge sind überall!“ – so empfinden es viele aus ihrer Kindheit. Leider trifft das heute nicht mehr uneingeschränkt zu. Zwar ist das Nahrungsangebot für den Haussperling nach wie vor vorhanden, doch geeignete Nistmöglichkeiten sind deutlich seltener geworden. Früher brüteten die Vögel in Kolonien unter Dachziegeln, in Scheunen, alten oder verfallenen Gartenhäusern und in Mauerspalten. Moderne Gebäude mit gut isolierten Fassaden lassen solche Verstecke kaum noch zu, und Tiere unter dem Dach sind vielerorts nicht gern gesehen. Dadurch hat es der Haussperling zunehmend schwerer, passende Brutplätze zu finden.
Haussperlinge sind ausgesprochen gesellige Vögel und fast immer in kleinen Trupps unterwegs. Die Männchen sind mit ihrem grauen Scheitel und dem schwarzen Kehlfleck unverkennbar. Häufig gilt: Sieht man einen Haussperling, sind weitere nicht weit entfernt. Besonders in Büschen, Gärten und Hecken fühlen sie sich wohl, kommen gern an Futterhäuschen und suchen am Boden nach Samen und Krümeln.
Typisch ist ihre lebhafte Kommunikation: Das ständige Tschilpen innerhalb der Gruppe erinnert nicht selten an ein fröhliches Kaffeekränzchen. Mitunter kann man sie auch beim Sandbaden beobachten – etwa auf offenen Flächen oder Spielplätzen. Dabei zeigen sie sich meist wenig scheu und lassen den Menschen vergleichsweise nahe kommen.
Der Haussperling ist damit ein klassischer Kulturfolger, dessen Bestand eng mit der Gestaltung unserer Siedlungen verknüpft ist. Wo Nischen, Grünflächen und geeignete Brutplätze fehlen, wird auch dieser ehemals so häufige Vogel seltener.
Steckbrief:
- Größe: ca. 14–16 cm
- Spannweite: ca. 21–26 cm
- Gewicht: etwa 25–40 g
- Beobachtungszeitraum:
ganzjährig


