Mäusebussard
Buteo buteo
Der Mäusebussard ist der häufigste Greifvogel Deutschlands und das ganze Jahr über bei uns zu beobachten. Viele Menschen nehmen ihn zuerst akustisch wahr, denn sein klagender, weithin hörbarer Ruf ist unverkennbar. Ein einzelner, durchdringender Schrei genügt – und man hat sofort das Gefühl, beobachtet zu werden.
Über dicht bebauten Stadtgebieten ist der Mäusebussard eher selten zu sehen, an Waldrändern, über Feldern und offenen Landschaften dagegen umso häufiger. Auch rund um Offenbach gehört er zum vertrauten Bild. Besonders bekannt ist ein langjähriger Aufenthaltsbereich an der Autobahnauffahrt Odenwaldring. Auch wenn der Bussard heute seltener auf dem markanten toten Baum mitten in der Auffahrt sitzt, war er dort über viele Jahre hinweg regelmäßig präsent.
Umso erstaunlicher ist es, den Mäusebussard inzwischen immer öfter auch im Musikerviertel zu beobachten – teils sogar zwischen den Häusern auf der Jagd. Dies zeigt, wie anpassungsfähig diese Art ist und dass sie zunehmend auch stadtnähere Räume nutzt, sofern ausreichend Nahrung vorhanden ist.
Typisch für den Mäusebussard ist sein majestätischer Gleitflug. Mit ausgebreiteten Flügeln kreist er hoch am Himmel oder segelt ruhig über die Landschaft, den Blick stets auf den Boden gerichtet, um nach Beute Ausschau zu halten. Dabei wird er nicht selten von Rabenkrähen attackiert, die ihn lautstark verfolgen und vertreiben. Manchmal geschieht dies einzeln, gelegentlich auch in kleinen Gruppen – ein eindrucksvolles Schauspiel, bei dem selbst der deutlich größere Greifvogel das Feld räumt.
Der Mäusebussard ist abhängig von dem Mäusebestand. Somit kann man in schlechten Mäusejahren auch eine geringere Anzahl der tollen Vögel feststellen.
Steckbrief:
- Größe: ca. 51–57 cm
- Spannweite: ca. 110–130 cm
- Gewicht: etwa 600–1.300 g
- Beobachtungszeitraum:
ganzjährig
