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by Thomas Below-Holzer

Mönchsgrasmücke
Sylvia atricapilla

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Die Mönchsgrasmücke gehört zu den häufigsten Grasmückenarten im Raum Frankfurt / Offenbach. Sobald sie im April aus ihren Winterquartieren zurückkehrt, ist ihr Gesang in vielen Gärten, an Hecken und in Ufergebüschen unüberhörbar. Mit einer Melodie, die an eine Mischung aus Amsel und Rotkehlchen erinnert, füllt sie die frühen Morgenstunden mit lebhaftem Gesang.
Der Name „Grasmücke“ kommt nicht etwa von einer speziellen Nahrung, sondern leitet sich aus dem althochdeutschen Wort „grasmugga“ ab, das auf eine Verbindung zum Wortstamm von „schmiegen“ zurückgeht. Die Färbung der Mönchsgrasmücke ist insgesamt unauffällig grau braun, doch das Männchen lässt sich gut an seiner dunklen Kappe erkennen – ein Merkmal, das ihm auch seinen deutschen Namen gegeben hat.
Die Art ist nicht nur stimmlich aktiv, sondern auch aus ornithologischer Sicht besonders interessant. Lange Zeit ging man davon aus, dass Mönchsgrasmücken ausschließlich nach Spanien ziehen. In den 1960er Jahren entdeckte der Ornithologe Professor Berthold, dass jedoch immer mehr Mönchsgrasmücken ihren Zug in Richtung England lenkten. Das milde Klima und zusätzliche Nahrungsangebote im Winter, etwa durch Fütterung, scheinen diesen Wechsel begünstigt zu haben. Innerhalb weniger Jahrzehnte entwickelten sich dadurch unterschiedliche Zugstrategien: neben der klassischen Spanien Population entstand die „England Grasmücke“ und weiterhin auch eine Population, die über den Winter nach Afrika zieht. Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie flexibel Zugverhalten im Zuge von Umweltveränderungen angepasst werden kann.
Bei uns in Offenbach lassen sich Mönchsgrasmücken überall gut beobachten, wo dichte Büsche oder Hecken Strukturen bieten – etwa am Mainufer zwischen Bürgel und Rumpenheim, am Schultheisweiher oder in vielen Grünflächen und Parks der Region. Trotz ihrer eher unauffälligen Färbung sind sie durch ihren lebhaften Gesang und ihr charakteristisches Verhalten leicht zu erkennen.




Steckbrief:

  • Größe: ca. 13–14 cm
  • Spannweite: ca. 20–22 cm
  • Gewicht: etwa 16–25 g
  • Beobachtungszeitraum: 
    April bis Oktober
 
 
 
 
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