Nachtigall
Luscinia megarhynchos
„Es war die Nachtigall und nicht die Lerche,
die eben dein banges Ohr durchdrang.“
- William Shakespeare -
Nicht nur in Gedichten und Theaterstücken ist die Nachtigall seit Jahrhunderten Sinnbild für Gesang und Poesie. Auch ganz real lässt sie sich bei uns erleben – etwa am Mainufer zwischen Bürgel und dem Rumpenheimer Schloss. Ab etwa April oder Mai kehrt sie aus ihrem Winterquartier zurück und macht ihre Anwesenheit vor allem akustisch unüberhörbar.
Zunächst treffen die männlichen Nachtigallen ein. Noch bevor sich Weibchen im Revier zeigen, beginnen sie mit ihrem kraftvollen und äußerst abwechslungsreichen Gesang. Dieser dient sowohl der Revierabgrenzung als auch der Partnerwahl. Die Weibchen hören aufmerksam zu und orientieren sich an den verschiedenen Singplätzen, um sich schließlich für den ausdauerndsten und überzeugendsten Sänger zu entscheiden.
Besonders auffällig ist die Nachtigall durch ihre Aktivität in den Abend- und Nachtstunden. Vor allem nachts trägt ihr Gesang weit und klar durch die Umgebung, doch auch tagsüber ist sie regelmäßig zu hören. Ihr Repertoire umfasst zahlreiche Strophen, die nicht immer in der selben Reinfolge gesungen werden.
Die Beobachtung der Nachtigall gestaltet sich hingegen schwierig. Der unauffällige kleine Vogel, ohne Farbe oder extravaganten Federn, hält sich meist gut verborgen in Bäumen aufhält und zeigt sich nur selten exponiert. Geduld zahlt sich dennoch aus: Wer aufmerksam lauscht, kann den Gesang oft genau orten, da die Nachtigall ihre komplexen Gesangsfolgen meist abschließt, bevor sie weiterzieht. Hier zeigt sich, das manchmal das gesungene Lied wichtiger ist, als ein aufwändiges Gefieder ;-).
Steckbrief:
- Größe: ca. 16–17 cm
- Spannweite: ca. 24–27 cm
- Gewicht: etwa 18–27 g
- Beobachtungszeitraum:
April bis Juli
