Steinkauz
Athene noctua
Der Steinkauz ist einer meiner persönlichen Favoriten – und lange hat es gedauert, bis ich endlich einen vor die Linse bekommen habe. Diese kleine Eule ist zwar bei uns heimisch, aber alles andere als leicht zu entdecken. Umso größer ist die Freude, wenn man ihr schließlich begegnet.
Eigentlich ist der Steinkauz ein typischer Bewohner alter Kulturlandschaften. Besonders wohl fühlt er sich in Streuobstwiesen mit alten, knorrigen Obstbäumen, die viele natürliche Höhlen bieten. Genau diese Strukturen sind jedoch in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Alte Bäume gelten oft als unschön oder unwirtschaftlich und werden entfernt – mit gravierenden Folgen für den Steinkauz, dem dadurch geeignete Brutplätze fehlen.
Dank des Engagements von NABU, der HGON und vieler weiterer Naturschutzorganisationen konnte diese Entwicklung teilweise aufgefangen werden. Durch das gezielte Aufhängen von Nisthöhlen haben sich die Lebensbedingungen für den Steinkauz deutlich verbessert. Interessant ist dabei, dass ein Kauzpaar oft mehrere Nisthöhlen nutzt – so kann es durchaus vorkommen, dass drei Röhren von ein und demselben Paar belegt werden.
Die Balz beginnt früh im Jahr. Bereits im Februar lassen sich die charakteristischen Balzrufe hören, die an manchen Abenden weit durch die Landschaft tragen. Bei uns im Donsenhart kann man diese eindrucksvollen Rufe regelmäßig vernehmen. Den Vogel selbst zu sehen, ist allerdings deutlich schwieriger. Steinkäuze sind vor allem in der Dämmerung aktiv, und genau dann fehlt oft das Licht. Geduld, ein gutes Auge und auch ein wenig Glück gehören daher unbedingt dazu.
Steckbrief:
- Größe: ca. 21–23 cm
- Spannweite: ca. 54–58 cm
- Gewicht: etwa 140–200 g
- Beobachtungszeitraum: ganzjährig
