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by Thomas Below-Holzer

Turmfalke
Falco tinnunculus

Wer rüttelt da am Himmel? Der Turmfalke ist einer der wenigen Vögel, die scheinbar auf der Stelle in der Luft stehen können. Dieses auffällige Flugmanöver nennt man Rütteln. Dabei hält der Falke seine Position gegen den Wind, um Mäuse und andere Beutetiere am Boden zu erspähen, zu fixieren und im richtigen Moment blitzschnell zuzustoßen. Dann zieht er die Flügel an und stürzt sich nahezu senkrecht nach unten.
Hat der Turmfalke Beute gemacht und kann sie nicht sofort forttragen, zeigt er ein weiteres typisches Verhalten: Er breitet die Flügel über dem erlegten Tier aus, um es vor Artgenossen oder anderen Beutegreifern zu verbergen. Dieses sogenannte Verhüllen ist bei vielen Falkenarten zu beobachten.
Auch systematisch ist der Turmfalke interessant. Obwohl er oft zu den Greifvögeln gezählt wird, gehört er zur Ordnung der Falkenartigen und ist evolutionär näher mit Papageien verwandt als mit Bussarden oder Adlern. Kennt man diesen Unterschied, erkennt man ihn auch im Flug: schnelle Flügelschläge, ein sehr wendiger Flugstil und kurze Gleitphasen.
In Offenbach ist der Turmfalke weit verbreitet. Besonders häufig sieht man ihn über Wiesen und offenen Landschaften, etwa in Bieber oder an den NABU-Schlossmühlwiesen, einer Streuobstwiese, die sich derzeit im Aufbau befindet. Dort findet er ideale Jagdbedingungen und ein reiches Nahrungsangebot.





Steckbrief:

  • Größe: ca. 32–35 cm
  • Spannweite: ca. 65–80 cm
  • Gewicht: etwa 140–250 g
  • Beobachtungszeitraum:
    ganzjährig
 
 
 
 
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